Gedanken zum Thema: Günther Grass
Der Günther Grass! Da schreibt er also dieses Gedicht und die ganze Nation ist empört. Die ganze Nation? Natürlich ist das Gedicht einseitig: Es vernachlässigt geradezu fahrlässig die Bedrohung des Weltfriedens und insbesondere die Bedrohung Israels durch das Regime in Teheran. Was nur leider übersehen wird: Diese Einseitigkeit macht das über Israel gesagte nicht automatisch falsch. Ich erinnere mich an eine Pressekonferenz mit Schimon Peres. Radikale Palästinenser hatten einen fürchterlichen Angriff auf israelische Bürger verübt, die Reaktion von Peres war aber genauso schockierend wie die Angriffe selbst. Der Staatspräsident Israels sagte: „Wir werden auf diese Angriffe mit voller Härte und unverhältnismäßig reagieren!“ Nun wird der Literaturnobelpreisträger Grass also aufgefordert, seinen Preis zurück zu geben. Aber Friedensnobelpreisträger Peres darf seinen behalten? Der Mann stellte sich öffentlich ins Fernsehen und gab vor der ganzen Welt zu, dass man UNVERHÄLTNISMÄßIG reagieren werde! Günther Grass hat vollkommen recht: Israel bedroht den Frieden und hält sich zudem nicht an Menschenrechtskonventionen. So etwas muss tatsächlich gesagt werden und gesagt werden dürfen.
Grass ist nur leider einer allzu häufigen Fehleinschätzung aufgesessen: Menschen die polarisierend, überspitzt oder einseitig argumentieren, verteidigen ihre Worte oft mit der These, man müsse polarisieren und zuspitzen um einen Diskurs anzustoßen. Ich glaube, dass ein differenzierter und rationaler Diskurs, der beide Seiten der Medaille angemessen würdigt, durch eine Äußerung wie die von Günther Grass im Keim erstickt wird. Wenn ich mich nämlich jetzt hinstelle und versuche plausibel aufzuzeigen warum ich glaube, dass die Politik der israelischen Regierung den Frieden gefährdet, kann es gut sein das mein Gegenüber mich pauschal in die Ecke von Günther Grass stellt und mich mit der selben Schelte überzieht, die Grass gerade erleiden muss. Anstatt also eine rationale Debatte zu fördern, emotionalisiert Grass das Thema und provoziert eine Stigmatisierung gewisser Positionen. Er erweist einer begründeten Kritik an der israelischen Regierung einen Bärendienst, in dem er dafür sorgt, dass jede noch so gut fundierte Kritik sich jetzt einer Stimmung der Ablehnung und dem Verdacht des Antisemitismus ausgesetzt sieht. Echte Argumente haben es nun deutlich schwerer als in einem kühlen, rationalen Umfeld. Auch das musste mal gesagt werden.
Ein Vers führt zum Anderen: Glück und Schreiben
Wenn einem einfach gar nichts fehlt
Rein gar nichts deine Seele quält
Du frei bist von allen Leiden
Fällt es leider schwer zu schreiben
Glück ist jedoch nie von Dauer
Unmut liegt schon auf der Lauer
Weil du ja leider selber weißt,
dass Glück auch immer Stillstand heißt
So lehn ich mich entspannt zurück
Genieße den Moment im Glück
Morgen werd ich wieder leiden
Sei es nur um was zu schreiben
Gedanken zum Thema: Rebellionen
Irgendwann kommt wohl im Leben jedes jungen Menschen eine Zeit (kurz Pubertät genannt) in der wir uns von der etablierten Gesellschaft abheben wollen. Man will nicht so sein wie die Erwachsenen/die Eltern. Und man will schon gar nicht, dass diese einen mögen. Eine Rebellion muss her. Ende der 60er Jahren haben die jungen Mädchen ihre Röcke einfach 30 cm kürzer und die Jungs ihre Haare 30 cm länger getragen und schon konnte man sich sicher sein ordentlich Empörung zu stiften. Dann wechselte man noch etwas häufiger seinen Partner und schon war man der Satan in Person. 10 Jahre später wurde die Sache schon etwas schwieriger lange Haare allein reichten nicht mehr. Jetzt musste zusätzlich Farbe in die Frisur. Und Gel! Fertig ist der Punker-Iro. Dazu wurde möglichst laute 3-Akkorde-Musik gehört um Papa und Mama mal ordentlich die Meinung zu E-Gitarren. Aber heute wird die Sache für junge Menschen mit Hang zur Rebellion echt schwer. Was nützt die schönste Maskerade und das lauteste Geschrammel, wenn Mama und Papa sogleich die eigene Matte schwingen und kräftig mitmoschen. Was nützt der kürzeste Rock wenn Mutti vergnügt juchzt: „Ach das ist wieder modern? Da hätte ich auch noch was im Schrank!“ Verdammte Toleranz! Wenn man heute empören will hat man kaum noch eine Chance. Satanismus? Dein Papa liebt Black Sabbath! Techno, Drogen und freie Liebe? Woodstock – bessere Musik, aber sonst das gleiche! Gothic oder Emo? Nein, wie niedlich!
Mittlerweile gibt es junge Menschen, die ihre Distanz zum Mainstream ausdrücken indem sie bewusst auf Drogen, Alkohol und häufigen Geschlechtsverkehr verzichten! Und vermutlich kann man seine Eltern heute tatsächlich am meisten schocken wenn man Golf oder Geige spielen lernt und BWL studiert. (Bitte den Kragen hochklappen). Aber als Statement gegenüber dem Establishment? Fehlanzeige! Jugendliche heutzutage haben das Problem alles zu dürfen und mit nichts mehr empören zu können. Eine Rebellion wird recht schnell langweilig wenn der Gegner fehlt. Zum Satan- sprich Widersacher – braucht man eben immer auch einen Gott. Und zwar einen strengen, keinen lieben! Bitte versteht mich nicht falsch: Ich finde eine tolerante und offene Gesellschaft super und will daran auch gar nichts ändern. Aber die 12-18 Jährigen von heute tun mir schon ein bisschen leid. Und das ist für diese vielleicht das Allerschlimmste!
Ein Vers führt zum Anderen: Dank an die Sprache
Da ich sonst nichts richtig kann
Hab ich dir so viel zu verdanken
Forme mit dir Sinn und dann
Verstehe ich und werd verstanden
Wenn aus Nebel Klarheit wird
Begriffe helfen zu begreifen
Wahrheit nicht mehr nüchtern friert
Und Träume zu Visionen reifen
Ja dann wirkt dein Zauber fort
Erweitert Idee, Moment und Zeit
Und mit jedem neuen Wort
Wird eine Idee aus mir befreit
Ein Vers führt zum Anderen: Schreibversuch
Ich würd gerne etwas schreiben
Und mir so die Zeit vertreiben
Am liebsten wär mir ein Gedicht
Doch irgendwie gelingt es nicht:
Worte sinnvoll zu verbinden
Dabei noch ne’n Reim zu finden
Ist oftmals schwerer als man meint
Was nutzt der Sinn wenn’s sich nicht reimt?
Und reimt es sich nur ohne Sinn
Schreibt man es besser gar nicht hin.
Für Sinn und Reim zu gleichen Teilen
Muss man wohl etwas länger feilen
Und wenn man denkt es ist vollbracht
Hat man das Versmaß nicht bedacht!
Ich würd gerne etwas schreiben
Und mir so die Zeit vertreiben
Am liebsten wär mir ein Gedicht
Doch irgendwie gelingt es nicht!
Ein Vers führt zum Anderen: Sowohl als auch?
Es scheint mir in meinem Leben
Zwischen meinen vielen Teilen
Einen steten Kampf zu geben
Dessen Wunden niemals heilen
Sangius heißt der eine Teil
Der Löwe, Clown und Optimist
Dieser findet sich selber geil
Und glaubt, dass er der größte ist
Phlegma in der andren Ecke
Das Lamm, der Narr, Melancholist
Zweifelt stets, bleibt auf der Strecke
Und sieht sich selbst nur als Chronist
Dann streiten auch noch Geist und Trieb
Und vermehren so die Schmerzen
Schlagen Wunden mit jedem Hieb
Blut strömt warm aus meinem Herzen
Der Poet in mir sucht Tiefe,
Wahrheit, Ästhetik, ein Ideal
Schreibt Gedichte, Prosa, Briefe
Und ist hier und da genial
Ihm ist mein Proll der Duellant,
Der ständig sinnlos Zeit vertreibt
Gerät er außer Rand und Band
Dann schweigt des Sängers Höflichkeit
Sie werden sich niemals vertragen
Da fällt mir eine Lösung ein
Und ich beginn mich zu fragen:
„Kann ich nicht einfach alles sein?“
Gedanken zum Thema: Christian Wulff
Um es gleich am Anfang zu sagen: Christian Wulff sollte zurücktreten! Den Grund dafür hat er in dem Fernsehinterview bei ARD und ZDF selbst genannt. Er will gar nicht Bundespräsident sein. Zumindest kein Bundespräsident der das Land würdevoll und angemessen repräsentiert. Wulff sagte in dem Interview, er wolle kein Präsident in einem Land sein in dem man sich von Freuden kein Geld leihen darf.
Natürlich darf man sich in Deutschland von Freunden Geld leihen und man darf auch bei Ihnen Urlaub machen ohne dafür zu bezahlen, aber nicht als Politiker! Dies ist eine Frage von Anstand und Moral. Christian Wulff scheint das nicht begriffen zu haben wenn er sich stets damit rechtfertigt nicht gegen das Gesetz verstoßen zu haben. Er hat damit völlig recht aber darum geht es gar nicht. Sich an die Gesetze zu halten reicht für einen Politiker nicht aus. Als Politiker im Allgemeinen und als Bundespräsident im Besonderen ist man Repräsentant des ganzen Volkes, man ist sozusagen der Vorzeigedeutsche. Und da reicht es eben bei weitem nicht aus eine juristisch weiße Weste zu haben. Es bedarf auch einer moralischen Unbeflecktheit. Kurz: Ein Politiker muss sich an höheren Maßstäben messen lassen, als ein normaler Bürger und wenn er das nicht will darf er eben nicht Politiker werden. Außerdem fragt man sich bei einem Politiker der Gefälligkeiten annimmt immer nach eventuellen politischen Gegenleistungen. Das ist normal und auch das ist gut so! Politiker zu sein ist (und das gilt vor allem für Bundespräsidenten) eine Aufgabe für das Volk. Es ist, wenn man ihn ernst nimmt, bestimmt einer der schwierigsten und zermürbensten Berufe die es überhaupt gibt. Man steht unter ständiger Beobachtung, wird laufend geprüft und bewertet. Aber das ist doch gut so! Diese Menschen regieren und repräsentieren uns. Und ich glaube, dass wir ein Recht darauf haben, dass wir nur von Menschen regiert und repräsentiert werden die moralisch unbefleckt sind.
Ich glaube, dass der Fall Wulff nur ein Beispiel für ein viel tiefgreifenderes Problem in der Politik ist, zudem sich auch Helmut Schmidt sehr treffend geäußert hat: Menschen werden in Deutschland aus den falschen Gründen Politiker. Sie haben keine Visionen oder Ideen dafür das Land besser zu machen und keinen Willen ihr Leben in den Dienst einer größeren Sache zu stellen. Sie wollen Politiker werden um persönlich zu Geld und Ansehen zu kommen. Das Idealbild des Politikers wird hier umgekehrt. Der Mensch ist nicht mehr Diener für eine bessere Politik/Gesellschaft, sondern er macht die Politik selbst zum Diener für eine möglichst steile Karriere. Es verwundert nicht, dass diese „falschen Politiker“ kein Interesse daran haben die vielfältigen Bürden eines Amtes zu ertragen oder auch nur ein Gespür dafür besitzen, dass es diese Bürden gibt.
Für diese Art von Politkern gilt ein Satz von Douglas Adams: Diejenigen die die Macht am meisten wollen, sind diejenigen die sie auf keinen Fall kriegen dürfen.
Diese Menschen wollen die Macht für sich als Statussymbol und nicht um sie gestaltend zum Wohle aller zu Gebrauchen. Deshalb sind Menschen wie Christian Wulff die falschen Politiker!
Gedanken zum Thema: Zu viele Optionen (Teil 2)
Einer meiner ersten Beiträge aus der Rubrik „Gedanken zum Thema“ trug den Titel „Zu viele Optionen“.
( http://nischenwerk.tumblr.com/post/3563951506/gedanken-zum-thema-zu-viele-optionen )
Das Thema lässt mich bis heute nicht los und ist erst kürzlich durch einen gelesenen Monolog neu befeuert worden. Diesen Monolog möchte ich als Einleitung zitieren:
„Wärs möglich? Könnt ich nicht mehr, wie ich wollte?
Nich mehr zurück, wie mirs beliebt? Ich müsste
Die Tat vollbringen, weil ich sie gedacht…
In dem Gedanken bloß gefiel ich mir;
Die Freiheit reizte mich und das Vermögen.
Wars unrecht, an dem Gaukelbild mich
Der königlichen Hoffnung zu ergötzen?
Blieb in der Brust mir nicht der Wille frei,
Und sah ich nicht den guten Weg zur Seite,
Der mir die Rückkehr offen stets bewahrte?
Wohin denn seh ich plötzlich mich geführt?
Bahnlos liegts hinter mir, und eine Mauer
Aus meinen eignen Werken baut sich auf,
Die mir die Umkehr türmend hemmt!
In meiner Brust war meine Tat noch mein:
Einmal entlassen aus dem sichern Winkel
Des Jerzens, ihrem mütterlichen Boden,
Hinausgegeben in des Lebens Fremde,
Gehört sie jenen tückschen Mächten an,
Die keines Menschen Kunst vertraulich macht.“
Diese Worte beschreiben recht deutlich was ich meinte als ich in „Zu viele Optionen“ schrieb, dass eine Entscheidung für etwas auch immer eine Entscheidung gegen alle anderen Optionen ist. Das Problem bei den Entscheidungen ist die Zeit: Wir können am Punkt x auf dem Zeitstrahl immer nur eine Option wahrnehmen und unsere Entscheidung dazu ist endgültig und nicht reversibel. Natürlich können wir zu einem späteren Zeitpunkt andere Entscheidungen fällen aber diese spezielle Situation ist vorbei.
Der oben zitierte Monolog formuliert dies etwas anders: Er betont, dass eine Entscheidung für etwas immer auch die Freiheit zerstöre. Gemeint ist zum Teil das Selbe: Zerstört wird die Freiheit sich anders entscheiden zu können. Zerstört wird darüber hinaus aber auch die Freiheit zur Entscheidung als solches. Die Freiheit alles tun zu können bleibt nur bestehen wenn man gar nichts wirklich tut. Damit bleiben alle Möglichkeiten offen und die Freiheit zur Entscheidung bleibt unberührt. Ein weiterer Vorteil des nicht Handels scheint zumindest implizit ebenfalls bedacht zu werden: Solange eine Option ein Gedanken bleibt, treffen die gedachten Konsequenzen dieser Option nicht auf eine subjektunabhängige Realität. Ein Plan den wir nicht in die Tat umsetzen, kann nicht an der Wirklichkeit scheitern.
All diese Probleme hat der Schriftsteller nicht. Seine Profession ist es Optionen theoretisch durchzuspielen und Pläne nicht in die Tat umzusetzen. Er kann alles tun und werden was er will in dem er darüber schreibt und dabei werden seine Vorstellungen niemals an der lästigen Wirklichkeit scheitern. Er kann jede Rolle einnehmen, jeden Job haben und jede Beziehung führen, und niemals wird seine Vision von subjektunabhängigen Faktoren enttäuscht.
Ein Hoch auf die schreibende Zunft!
Wie vielleicht aufgefallen ist, habe ich in meinem Text nicht angegeben woher das Zitat stammt. Ich will damit keineswegs guttenbergen! Vielmehr möchte ich zur Feier des 50. Beitrags auf nischenwerk.de (und weil ja auch bald Weihnachten ist) ein Gewinnspiel veranstalten. Um daran teilzunehmen müsst ihr nur eine E-Mail mit dem Betreff „Gewinnspiel-nischenwerk“ und dem Namen des Werkes, aus dem das oben stehende Zitat stammt, sowie dem Namen des Autors an MrGently@gmx.de schicken. Unter allen Einsendern wird dann ein kleines Reclam-Packet verlost. Dieses besteht aus dem kompletten Drama, aus dem zitiert wurde (Achtung Hinweis!) und dem Erstlingswerk des Autors. Einsendeschluss ist der 31.12.2012.
Ein Vers führt zum Anderen: Danke
Manchmal frag ich mich wo wär ich im Leben
Und wäre ich dann auch immer noch ich
Hätte es so manchen Freund nicht gegeben
Und dabei denk ich besonders an dich
Du zeigtest mir all die offenen Türen
Die ich selber vorher einfach nicht sah
Nahmst meine Hand um mich hindurch zu führen
Ich stand mit offenem Mund nur so da
Dadurch hast du mich zu mir selbst getragen
Ich sah mich in einem ganz neuen Licht
Dafür will ich dir endlich danke sagen
Ohne dich gäb es mich heute so nicht
Gedanken zum Thema: Weihnachten
Nun ist es wieder soweit: Menschen rennen panisch von Kaufhof zu Karstadt, von Karstadt zu C&A, von C&A zu Quelle und wieder zurück zu Kaufhof um lauter Dinge zu kaufen die sie ihren Lieben, ihren etwas weniger Lieben und ihren ganz und gar nicht Lieben schenken können. Dabei wühlen sie sich erst durch die riesige Einheitsmasse aus Kaufwütigen und später durch die spärlichen Überreste des Wühltisches. Für Akustische Untermalung sorgen schreiende Kinder, fast weinende Mütter und zeternde Opas. Und… Ja ganz hinten in der letzten, staubigen Ecke des Höhrvermögens: „Stille Nacht, heilige Nacht“ Still? Wohl kaum. Es sei denn man meint das Still in „Sei jetzt endlich Still!“, welches die fast weinenden Mütter ihren schreienden Kindern entgegen schreien. Fast so wie die Sandbank, die sich trotzig dem wütenden Ozean entgegenstellt und im tiefsten Inneren doch weiß, dass die tobende See diesen Widerstand früher oder später einfach fortspülen wird. Kurz: es weihnachtet.
Aber was heißt das eigentlich? Was bedeutet Weihnachten? Was feiern wir? Was würde ein Außerirdischer tun der auf die Erde kommt und das vorweihnachtliche Treiben beobachtet ohne eine Ahnung über die Hintergründe zu haben? Richtig!! Er würde zurück in sein Raumschiff stürmen, die Türe zu knallen und diesen Planeten verlassen ehe wir ihn bemerkt hätten. Wie auch? Wir sind ja damit beschäftigt unseren Nebenleuten die Ellenbogen in die Rippen zu boxen um uns das letzte Paar Rentiersocken zu sichern. Aber angenommen der Alien würde sich dann in einiger Entfernung und in Sicherheit Gedanken über das Erlebte machen: Er würde wahrscheinlich vermuten die Menschheit lebe im Bürgerkrieg um die letzten Konsumgüter des Planeten. Würde man ihm dann sagen, dass auf der Erde die Vorbereitungen für ein Fest laufen, würde er seinen dritten Arm zwischen seinen fünften und sechsten Zeh schieben und uns somit unmissverständlich mitteilen was er von unserem Geisteszustand hält. Außerdem würde er vermuten wir Menschen feiern Feste zu Ehren des Stresses, des Konsums und der Hektik. Nun wird sich aber jeder Mensch strikt weigern dem Außerirdischen in seiner Vermutung Recht zu geben.
Also was feiern wir wirklich? Oder falls der Außerirdische doch Recht haben sollte: „Was sollten wir feiern?“ Ich denke wir sollten an Weihnachten uns selber feiern. Oder vielmehr einen Teil von uns den wir nur allzu oft vergessen. Vor ca. 2000 Jahren ist ein Mensch geboren worden der uns bewiesen hat, dass wir Menschen etwas in uns tragen auf das wir stolz sein können. Ein Mensch der wie Gandhi, Dr. King, Nelson Mandela und einige andere bewiesen hat, dass der Mensch nicht von Natur aus schlecht sein muss. Ein Mensch aus Fleisch und Blut der gegen die Ungerechtigkeit einer aufgezwungenen Autorität gekämpft hat, gegen Hunger, Not und Leid, gegen Konsum und Egoismus und der wie viele andere in diesem Kampf sein Leben ließ. Wir sollten diesen Menschen feiern und alle anderen die seine Ideale teilten. Diese Helden und das Beispiel das sie uns gegeben haben. Das Beispiel, dass ein Mensch Liebe geben kann, dass er helfen und trösten kann und manchmal auch die Welt verändern. Weihnachten ist nicht nur der Geburtstag eines dieser Helden. Es ist vielmehr der Geburtstag der Idee einer besseren Welt geschaffen durch uns Menschen. Jedes Jahr. Für Jeden. In diesem Sinne: fröhliche Weihnachten.
